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Das einzige Mal, wo mir bisher „das Herz in die Hose gerutscht“ ist war, als dann wirklich feststand, dass mein Reiseziel Ghana sein wird. Ich freue mich natürlich auf alles und bin auch aufgeregt, aber wirklich realisiert habe ich noch nicht, dass ich nächstes Jahr um diese Zeit schon in Kokrobite bin.

Meine Mutter ist nicht begeistert von meiner Idee, das Auslandsjahr ausgerechnet in Afrika zu verbringen, hilft mir aber bei den Vorbereitungen, mein Vater ist stolz (und ein bisschen neidisch) auf mich, und mein Onkel redet die ganze Zeit von Einsatzstellen in Teneriffa, um mich von meinem Vorhaben abzubringen. Mein kleiner Bruder gerät jedes Mal total aus dem Tritt, wenn er an meine Reise denkt – er hat vor allem die verschiedensten Möglichkeiten, wie ich sterben kann, vor Augen und ein paar unbedachte, sorgenvolle Äußerungen meiner Mutter haben da auch nicht geholfen. Ich versuche, nur über die positiven, ungefährlichen Dinge zu reden, damit er sich keine Sorgen macht.

Bei mir ist der Planungsstress präsenter als die Gedanken an die Reise. Neben dem Informieren und dem Regeln formaler Voraussetzungen wie z.B. den Impfungen, dem baldigen Anfragen bei Sponsoren, der Planung zur Kreditkartenbeantragung, die nach meinem 18. Geburtstag stattfindet, aber möglichst meine Abreise nicht verzögern soll, mache ich meinen Führerschein und schreibe bald mein Abitur. Ich freue mich wirklich auf Ghana, aber ich habe so zu viel zu tun, dass es sich manchmal surreal und fast wie eine Flucht anfühlt, dass ich bald an einem so anderen Ort bin – auch wenn das nicht der Grund ist, warum ich weg will.

1 Kommentar zu „Warum bin ich noch nicht aufgeregt?“

  1. Brigitte Potthast-Preßler

    Ganz toll, was du so alles gleichzeitig schaffst, Insa! Deine verschiedenen Bewerbungen und Bewerbungsgespräche in Richtung Afrika, Impfungen und Formalien, deinen Führerschein und nicht zu vergessen deine Abiturvorbereitungen und das Abitur selbst!
    Sehr zielstrebig!
    Ich freue mich darauf zu erfahren was du in Ghana erleben wirst und wie die Begegnungen mit den Menschen dort sein werden. Beiden Seiten wird so ein Aufenthalt ja der (persönlichen) Erweiterung dienen, positive und negative Erfahrungen eingeschlossen.
    Ich bin gespannt und freue mich über deine Berichte!

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