DAS HAUS

Das Haus, in dem ich lebe, ist relativ groß. Es ist in Wohnungen unterteilt, in denen verschiedene Familienmitglieder leben. Nebenan lebt ein anderer Teil der Familie. Ich habe auch eine eigene Wohnung. Sie besteht aus drei Räumen. Der erste Raum ist ein Eingangsraum, hier spielen wir abends Spiele und wollen Filmabende machen. Im zweiten Raum steht mein Bett. Der dritte Raum ist das Badezimmer. Leider habe ich keinen Anschluss an fließend Wasser. Es gibt keine Fenster, sondern nur Mückengitter mit Vorhängen davor. Ich schätze, neben der günstigeren Bauweise hat das einen zweiten Vorteil: Die Räume heizen sich weniger schnell auf (hier drin kann man es temperaturmäßig echt gut aushalten!). Allerdings hört man natürlich jedes Geräusch von draußen. Aber ich konnte mich bisher gut dran gewöhnen – wenn nicht gerade gehämmert wird:)
Hier Fotos von den Räumen – sorry für die Unordnung:




Draußen ist es schön, die Pflanzen wachsen relativ wild im Garten.
Moda, Issahs Tante, kocht für mich. Zum Essen schreibe ich irgendwann einen anderen Artikel, aber eins vorweg: Ich esse hier teilweise rund 4 h früher als in Deutschland! Abendessen ist schon um 17:00 oder 18:00! Trotzdem wollte ich noch erwähnen, dass ich die Küche, die interessanterweise separat vom Haus aufgebaut ist, auch mit benutzen darf. (Die Küche ist die rote Hütte auf dem Bild unten.

Eine Besonderheit sind die Katzen. Es sind ungefähr sieben. Sie erhalten ein wenig Futter und bleiben so in der Nähe des Hauses. Eins voran, eigentlich war ich ein bisschen enttäuscht, als ich gehört habe, dass bei Issah Katzen leben. Ich bin wirklich ein Hundemensch. Doch das hat sich geändert, als ich den Katzen hier begegnet bin. Die Katzen hier sind im Vergleich zu den meisten deutschen Katzen, die ich kennengelernt habe, nur ein Drittel so groß bzw. ein Drittel so fett und unglaublich sportlich. Sie betteln nach Essensresten und wollen gestreichelt werden. Und sie kratzen oder beißen einen nicht von einem Moment auf den anderen. Aber das Wichtigste: Sie jagen Schlangen und deshalb kann man sich sicher im Gras bewegen. Und es gibt auch Babykatzen:)

LEBEN OHNE FLIESSEND WASSER
Wie gesagt, ist meine Wohnung nicht ans Wasser angeschlossen. Deshalb habe ich, wie auf dem Bild vom Badezimmer zu sehen, drei Eimer in meinem Zimmer stehen, die ich mit Wasser von den großen Wassertanks im Garten auffüllen kann. Ich habe eine „normale“ Toilettenschüssel, aber nach dem Toilettengang muss ich das Klopapier in einen Mülleimer daneben werfen und mit einem halben kleinen Wassereimer „abspülen“. Wenn ich meine Hände wasche, schöpfe ich mir Wasser über sie. Einen Eimer habe ich zum „Runterspüleimer“ für die Toilette auserkoren, darein kommt das Wasser vom beispielsweise Händewaschen, das ich so zweit-nutze für die Toilettenspülung. So muss ich weniger oft neues Wasser holen und die schweren Eimer schleppen. Ich habe beschlossen, mir nur alle drei bis vier Tage die Haare zu waschen, weil sich das Ganze relativ aufwändig gespaltet. Mit der Kelle schöpft man sich Wasser über die Haare, spült sich mit Seife und versucht dann, das Ganze rauszuwaschen … mit nur zwei Händen ist das nicht einfach. Aber wenigstens ist das Wasser nicht so kalt, wie ich gedacht hatte.
MEIN ERSTER TAG
Den Teil hier handele ich schnell ab:
Zuerst habe ich bei Moda gefrühstückt. Danach habe ich Gastgeschenke wie Brotaufstrich, Schokolade und Buntstifte verteilt, die gut angekommen sind. Später hat Issah mir dann Flaschen mit Trinkwasser und eine ghanaische Prepaid-Karte besorgt, weil ich doch erstmal kein WLAN haben werde. Ich habe auch Issahs Vater Mustafa kennengelernt, dem das Haus gehört und der eine echte Berühmtheit in Ghana ist – dazu mehr in einem anderen Artikel. Er ist auf jeden Fall wirklich nett. Mara und ich waren noch unterwegs und haben in einer Bar ein bisschen gequatscht (Hier kommt es öfter als in Deutschland vor, dass einfach nur Wasser getrunken wird – merkt euch das, damit ihr nicht später bei jeder Erwähnung von einer Bar dankt, dass ich Alkoholikerin bin 🙂 )
Außerdem habe ich Anisha besser kennengelernt, eine Tochter von Moda. Sie hat seit ca. zwei Jahren einen eigenen Shop, in dem sie selbstgemachte Backwaren anbietet. Anisha hat mir erzählt, dass anfangs alles ein wenig schwer lief, weil viele Leute Kuchen o. Ä. gar nicht kannten. Man sieht hier oft, dass vorne in den Wellblechhütten oder Containern (so sehen die Shops zumeist aus) Sachen zum Verkauf angeboten werden, während weiter hinten z. B. gebacken oder Kleidung genäht wird. Abends haben Mara, Issah und ich noch UNO gespielt.