Vor meinem ersten Bewerbungsgespräch war ich aufgeregt. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation und der Entfernung zum Sitz der Organisation in Schwäbisch-Hall fand es per Videotelefonat statt. Neben Claude Keil, dem Togolesen, mit dem ich vorab schon kurz Kontakt hatte, war auch Robert Vering anwesend. Die Koordination wird von den beiden verwaltet und koordiniert.

Robert Vering leitete das Gespräch ein. Zuerst stellte er sich und Claude Keil vor, dann unterbreitete er mir das Konzept der Organisation, und gab mir damit etwas Zeit, einfach zuzuhören und mich etwas zu entspannen.

Er erklärte, die Organisation sei noch relativ klein und neu, auch wenn einige Schlüsselpersonen aus größeren Organisationen herübergewechselt seien und deshalb schon Erfahrung besäßen. Besonders wichtig sei ihnen, auf jeden Freiwilligen einzeln einzugehen und die Freiwilligen selbstständig ihre Erfahrungen machen zu lassen, ohne mit ihnen Laissez-faire umzugehen, wie es bei einigen größeren Organisationen passiert. Zu diesem Umgang gehört auch, dass ich bis zum Zusenden des Vertrages gesiezt wurde und meine Eltern bei keiner der Besprechungen anwesend sein sollten. So konnten sich meine Ansprechpartner ein unverfälschtes Bild von mir machen.

Die Gespräche sollten in drei Etappen erfolgen: Bei dem ersten Gespräch sollte die Organisation vorgestellt werden, beim zweiten Gespräch sollte es um praktische Sachen gehen und beim dritten um die spezifischen Einsatzstellen, in denen ich arbeiten könnte. Nach jedem Gespräch sollte ich erneut gefragt werden, ob ich mir meiner Sache sicher wäre, bis ich meine letzte verbindliche Zusage gegeben hätte und mir der Vertrag zugeschickt werden würde. Es kam alles genau so, auch wenn wir einige zusätzliche Gespräche führten. Ich wurde umfassend informiert und mir wurde die Organisation immer sympathischer – bis es mir schließlich wichtiger war, mit dem Freundeskreis Afrika als Trägerorganisation versendet zu werden, als eine Einsatzstelle in Namibia zu bekommen.

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