Mir wurde mit jedem Gespräch klarer, dass ich unter der Führung des Freundeskreis´ Afrika e.V. wegfahren wollte.
Ich wurde von Anfang an informiert, dass die Einsatzstelle in Namibia, die mir angeboten wurde, gerade erst aufgebaut wird. In diesem Jahr wurde die Stelle zum ersten Mal von einem Freiwilligen besetzt und es war klar, dass für die Arbeit und einen „Fremden“ dort noch gar nichts etabliert ist. Trotzdem war ich immer noch positiv gestimmt und hatte die Hoffnung, nach Namibia gehen zu können. Wir beschlossen, erst einmal abzuwarten, bis der Freiwillige ein paar Monate dort sei, um dann anhand seiner Informationen zu überlegen, ob es sinnvoll für mich wäre, dorthin zu gehen. Währenddessen dachte ich über Alternativeinsatzstellen der Organisation in anderen Ländern nach. Ich hatte zum Beispiel die Möglichkeit, nach Togo oder Tansania zu gehen, aber letztendlich entschied ich mich für Ghana. Ghana wäre nach Namibia generell das Land gewesen, dass mich auch sehr interessiert hat – besonders spannend finde ich die Kultur interessant. Dass ich kein Französisch sprechen können muss, ist ebenfalls gut.
Schließlich kam der Tag, an dem ich mit Gustav, dem Freiwilligen in Namibia, telefonieren konnte. Er war sehr nett und erzählte mir von der Offenheit Menschen in Okombahe, dem kleinen Dorf mitten in der Wüste, wo er als einziger Weißer lebte. Er hatte viele neue Freunde gefunden und verbrachte viel Zeit mit ihnen. Es fanden viele Feste statt, zu denen er eingeladen war und er hatte genug Freizeit, um mit seinen Freunden die verschiedensten Orte in Namibia zu besuchen.
Trotzdem gab es einige Fakten, die mich schließlich dazu brachten, mich gegen diese Einsatzstelle zu entschließen: Gustav hatte noch keine klar definierte Aufgabe, da die Einsatzstelle gerade am Entstehen war. Das hieß, er musste sich selber Beschäftigung suchen und er bekam manchmal das Gefühl, überflüssig zu sein. Das alleine ist schon schwer, aber ich als Frau hätte es dort nach seinen Worten noch schwieriger gehabt, Freunde ohne Hintergedanken zu finden, da die Gesellschaft dort noch sehr patriarchalisch aufgebaut ist und Frauen oft zu Hause sind, könnten die Männer schnell zu aufdringlich werden. Ich hatte große Angst davor, am Ende einsam und ohne Aufgabe so weit weg von Freunden und Familie oder irgendeiner größeren Stadt zu enden und entschied mich deshalb dafür, in eine von der Organisation selbst empfohlenen Einsatzstellen in Ghana zu gehen.
1 Kommentar zu „Warum Ghana statt Namibia?“
Ich finde es total spannend, diesen Blog durchzulesen! Ich wünsche ganz viel Erfolg und Spaß bei deinem Auslandsaufenthalt und hoffe, dass du uns mit diesem Blog auf dem Laufenden hältst. 🙂