Ich habe meine letzte Abiturprüfung geschafft! Und während des Lernens habe ich zum ersten Mal mit meinem Gastvater, der gleichzeitig auch der Koordinator des Freiwilligendienstes vor Ort sein wird, geschrieben und dabei neue Informationen über meine Einsatzstelle erhalten:

Die Aufnahmeorganisation vor Ort wird die WAYEOK (Westafrican Youth Empowerment Organisation Kokrobite) sein. Issah, mein Gastvater, ist der Direktor der Organisation. Die WAYEOK arbeitet nicht nur mit Weltwärts zusammen, sondern veranstaltet auch eine Theatergruppe und Workshops. Auf dem Instagram-Kanal @wayeokghana kann man einige von ihren Projekten sehen. Dort gibt es auch ein Highlight mit dem Namen Weltwärts, wo die aktuellen Freiwilligen Safira und Lucie ihren Tagesablauf beispielhaft erklären. Es lohnt sich, mal hereinzuschauen!

Ich werde an der Sunbeam School, einer Privatschule, die ca. 200 Schüler von der Vorschule bis zur neunten Klasse unterrichtet, arbeiten. Mit durchschnittlich 25 Schülern pro Klasse ist die Klassenstärke vergleichsweise gering und gewährleistet eine bessere Ausbildung als an staatlichen Schulen. Ein Schultag geht von 7:00 bis 15:30 Uhr. Interessanterweise werden neben „normalem“ Unterricht auch Fächer wie Umwelt- und Gesundheitserziehung oder traditionelle Musik angeboten. Ich bin sehr gespannt darauf! Außerdem gibt es viele AGs und es wird gemeinsam ein Garten unterhalten.

Typische Tätigkeiten für mich werden die Assistenz von Lehrern, Hausaufgabenbetreuung für schwächere Schülerinnen und AG-Angebote sein. Beachtenswert finde ich, dass ich nicht alleine unterrichten darf, um lokale Arbeitsstellen zu schützen.

Eine komplett neue Erfahrung wird für mich das Leben ohne fließendes Wasser sein. Ich werde Eimer bekommen, um Wasser auf mein Zimmer zu holen und mir wird gezeigt werden, wie ich meine Wäsche von Hand waschen kann. Besonders werde ich mich glaube ich nach einer heißen Dusche verzehren, wenn ich in Ghana bin – wer mich gut kennt, weiß, dass ich unglaublich viel Zeit unter der Dusche verbringen kann.

Insgesamt ist mir in der letzten Zeit schon einige Male das Herz in die Hose gerutscht, wenn ich über den großen Schritt nachgedacht habe, den ich gehen werde. Ein Jahr lang alle meine Freunde und meine Familie, die ich jetzt jeden Tag sehe, nicht in meiner Nähe zu wissen, wird hart. Meine baldige Abwesenheit wird auch in ganz alltäglichen Gesprächen immer präsenter. Wenn mir gesagt wird: „Wie willst du das nur ohne mich hinkriegen?“, fühlt sich das komisch an und ich frage mich dasselbe. Aber ich freue mich auch unglaublich auf die Erfahrungen, die ich in Kokrobite machen werde. Ich glaube, eins kann man mit Sicherheit sagen: Ich werde außergewöhnliche Erfahrungen machen, die mich mein ganzes Leben begleiten und leiten werden. Und irgendwie bin ich auch stolz auf meinen Mut.

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