Koforidua

Koforidua ist die Hauptstadt der Eastern Region in Ghana. Für die Fahrt dorthin habe ich ein „Bolt“ nach Accra genommen und bin von dort aus mit einer Freundin per Bus bis ans Ziel gefahren. Abends haben wir uns dann mit drei anderen Freiwilligen im Sechserzimmer einquartiert. Für ca. 4 €/Nacht konnte man in dem Zimmer ganz gut leben.

Am nächsten Tag haben wir dann zunächst zum Glasperlenmarkt besucht und uns mit superschönen Arm- und Fußbändern und „Beads“ versorgt, Ketten, die Frauen tief auf ihren Hüften unter der Kleidung tragen als eine Art Dessous. Traditionell haben sie in Westafrika aber noch andere Bedeutungen und Funktionen: Je nach Kultur können sie zum Beispiel die Fruchtbarkeit, Beziehungsstatus, Religion usw. anzeigen. Bei Säuglingen und kleinen Kindern werden sie auch dafür genutzt, um die Gewichtszunahme derselbigen zu beobachten. So kann man ohne Waage feststellen, ob die Kleinen gesund wachsen. Eltern sind dafür verantwortlich, dass ihre kleinen Söhnen und ihre Töchter Beads tragen. Wenn zum Beispiel eine Großmutter herausfindet, dass ihre Enkelin keine Beads trägt, kriegt der Vater eine Standpauke.

Nach einer kurzen Pause in unserer Bleibe brachen wir dann Richtung erster Urwald-Ausläufer auf. Da dieser Park eine Art Ausflugsziel für Schulklassen ist, waren wir „Obronis“ natürlich prompt eine weitere Touristenattraktion. Dann bekletterten wir einen Baumwipfelpfad. Die Aussicht war zwar schön, dennoch war das Ganze eine echte Grenzerfahrung für mich: Mit Höhenangst auf einem Pfad, der aus abgebrochenen Leitern und Brettern besteht, fühlte ich mich wirklich nicht wohl da oben. Zu allem Überfluss waren die Leitern auch noch lang und schwankten. Abends sind wir dann – zur Belohnung für das überstandene Abenteuer – lecker ghanaisch Essen gegangen.

Unseren letzten ganzen Tag haben wir mit Wandern verbracht: Zuerst zum „Umbrella-Rock“, der wie der Name schon sagt, auf natürliche Weise wie ein Regenschirm geformt ist, dann zu den „Boti“- Wasserfällen und zuletzt zu den „Akaa“-Wasserfällen. Das Ganze war wegen des Bergauf- und -ablaufens richtig anstrengend, aber für die wunderschöne Natur hat sich alles gelohnt.

Jetzt lasse ich die Fotos für sich sprechen:

Kumasi

Am 1. Januar bin ich mit meiner Freiwilligenfreundin, mit der ich auch Neujahr verbracht habe, nach Kumasi gereist. Kumasi ist nach Accra die zweitgrößte Stadt in Ghana, wohlhabend (was ich vor allem an den Straßen sehen konnte), und die Hauptstadt des Ashanti-Empires. Die Ashanti sind die größte Untergruppe des Stammes der Akan, der ca. 45% von Ghanas Bevölkerung ausmacht. Wir kamen also im Hotel an und verließen es direkt wieder zur Nahrungssuche. Dabei fühlten wir uns gar nicht wohl. Da es Sonntag war, waren die Straßen relativ leer und wir mussten recht lange laufen, bis wir etwas zu Essen fanden. In der Dunkelheit und in irgendwie unangenehmer Atmosphäre wurden wir einige Male angebaggert, und diese Male waren gruseliger als sonst. Schließlich streifte ich meine Hoodiekaputze über, fing an, möglichst männlich voranzugehen und jeden, der uns entgegenkam, böse anzufunkeln – das klappte eigentlich ganz gut, aber wir waren trotzdem froh, wieder im Hotel anzukommen.

Für den nächsten Tag hatten wir eigentlich einen Museumsbesuch geplant und wollten danach ein nahegelegenes Dorf besuchen, um die dortige Töpferkunst-Kultur zu bewundern. Das mit dem Dorf klappte dann leider nicht, weil meine Freundin aufgrund der Hitze im Museum ohnmächtig wurde. Im Norden ist es nämlich viel heißer und trockener als im Süden Ghanas. Es tat uns regelrecht weh zu atmen, weil unsere Nasenschleimhäute so ausgetrocknet waren und unsere Lippen rissen auf. Wir ließen also den Ausflug ins Dorf sein und besuchten noch einen Ausläufer des Kejetia-Marktes. Der Kejetija-Markt ist mit mehr als 45.000 Händlern der größte Markt Ghanas und vermutlich auch Westafrikas. Aber an diesem Tag konnten wir deshalb nur den Hauch eines ersten Eindrucks gewinnen.

Aber jetzt erstmal zurück zum Museum: Das Prempeh II Jubilee-Museum ist nach dem gleichnamigen Ashanti-König benannt. Es ist zwar klein, aber für wirklich wenig Geld kriegt man eine Menge interessanter Artefakte zu sehen und faszinierende Geschichten zu hören. Leider durfte man keine Fotos machen.

Also: Eins der wichtigsten Artefakte des Ashanti-Königreiches ist der über 400 Jahre alte goldene Schemel. Er wird im Palast des Königs aufbewahrt und es wird gesagt, dass bei Verlust des Schemels das Königreich seine Einigkeit verliert und zerfällt. Als die Briten in Ghana einfielen, hörten sie von dem Schemel und wollten ihn rauben, doch die Ashanti gaben ihnen einen golden angemalten Kupfer(?)-Schemel, der auch im Museum zu sehen war.

Jeder König hat seinen persönlichen Schemel, der bei seinem Tode schwarz angemalt wird. Die Schemel aller Verstorbenen werden im Palast des Königs gelagert. Bei dem Tode eines Königs werden Haare und Fingernägel aller Verwandten gesammelt und in einem Topf mit ihm beerdigt, um Einigkeit zu zeigen. Der oberste Chief kann dann den Nachfolger des Königs wählen, der von der Queen Mother abgesegnet werden muss. Oder wars andersherum? … ich habs vergessen.

Bei den Akans gilt eine Erbschaft in mütterlicher Linie, das heißt, Kinder erben die Zugehörigkeit zu ihren Unterstamm von ihrer Mutter. Es bedeutet auch, dass die Schwestern und Mütter eines Königs als höher (Queen, Queen Mother) angesehen werden, als seine Frauen oder Töchter.

Uns wurden Regenschirmspitzen der Könige gezeigt, die jeweils interessante Bedeutungen hatten: Beispielsweise bedeutete ein goldenes Horn Krieg, und eine Hand mit hochgerecktem Daumen symbolisiert die Wichtigkeit des Königs. Denn wie die Hand ohne den Daumen nicht handlungsfähig ist, kommt das Volk nicht ohne seinen König aus. Ein Vogel, der seinen Schnabel Richtung Hinterteil steckt, zeigt an, dass man seine Vergangenheit nicht vergessen soll. Eine Schirmspitze mit vier Händen symbolisiert ebenfalls Einigkeit. Ein weiteres Symbol für Einigkeit auf einem Kleidungsstoff für Könige ist ein Krokodil mit zwei Köpfen und einem Magen. Wenn sich die beiden Köpfe ums Essen streiten, kommt nichts im Magen an.

Auch bekamen wir Fruchtbarkeitspuppen und Ringe mit jeweils individueller Bedeutung zu sehen.

Wir staunten: Symbolik und deren Interpretation spielt in allen Artefakten eine unglaublich große Rolle.

Übrigens durften im Gegensatz zur traditionellen Familie für den König nur Männer kochen, um eventuellen Streit zwischen seinen Frauen zu verhindern. Außerdem zerstört ihre Menstruation angeblich den Schutz des Königs. Chiefs kosten das Essen vor, um sicherzugehen, dass es nicht vergiftet ist.

Die Füße eines Ashani-Königs dürfen während seiner Regierungszeit niemals den Boden berühren, das heißt, er trägt immer Schuhe und beim Baden platziert er seine Füße auf Elfenbein-Hörnern von Elefanten.

Dann wird noch so eine über 300 Jahre alte Tasche ausgestellt, die niemals geöffnet werden darf. Der Legende nach wird dann das Ashanti-Königreich auseinenderfallen. Ich bisschen neugierig bin ich ja schon geworden… aber nichtmal geröntgt darf die Tasche werden 🙁

Es gibt außerdem noch „redende Trommeln“, mit denen Warnungen an benachbarte Dörfer verschickt werden konnten. Und noch Tiger- oder Jaguartrommeln, die bei dem Reiben eines Stockes über die Trommel genauso klingen, wie das Knurren eines Raubtieres. Man hat diese Trommeln benutzt, um seinen Feinden Angst einzujagen.

Nach dem Museumsgang sind wir noch auf den Kejetia-Markt gegangen und dieses Mal mehr eingetaucht. Und es war der Wahnsinn: Dicht an dicht verkauften so viele Leute alles, was man sich vorstellen kann. Wir bekamen natürlich von allen Seiten „Obroni, Obroni!“-Schreie zu hören, aber immerhin respektierten die allermeisten Händler, wenn man sich ihre Waren ansah und nichts Passendes fand. Dank Handlungsgeschick (das haben wir mittlerweile gelernt!) konnten wir aber ein paar schöne Stücke zu einem günstigen Preis erstehen.

Das Militärmuseum am nächsten Tag mit ca. 8 € Eintritt hat uns nicht wirklich gefallen und ist, glaube ich, nur etwas für wirkliche Waffenfans. Wir hatten gehofft, mehr über Geschichte zu hören, über die Rolle Ghanas im zweiten Weltkrieg, die Kämpfe gegen die Kolonialmächte oder auch Clankriege. Leider wurden uns fast ausschließlich verschiedene Arten von Gewehren gezeigt, ohne viel Erklärung.

Wir hatten spontan beschlossen, mit einem Nachtbus nach Kumasi zu fahren. Deshalb mussten wir erst zur Busstation und das Ganze regeln (sehr kompliziert!) und dann hatten wir leider nur noch wenig Zeit, um in das Zentrum des Marktes vorzudringen: Eine riesige Halle mit Essen, Stoffen, Schmuck, Kleidung und vielem, vielem mehr. Und definitiv ohne Brandschutzbestimmungen. Ich sags euch, Leute. Dieser Markt ist unendlich. Wir machten den Fehler und nahmen zu wenig Geld mit und so konnte wir am Ende nur noch mit hungrigen Augen schauen.

In unserem Nachtbus musste uns für die erste Stunde der Fahrt ein Straßenprediger mit seiner Anwesenheit beehren. So nervig. Dann war aber alles gut, ein paar Leute im Bus ließen uns Zuckerrohr kosten (für mich hats wie Honig geschmeckt, hatte aber die Konsistenz von rohem Spargel) und wir versuchten, ein wenig zu Schlafen. Von dem Bus aus wollten wir dann mit dem Trotro nach Mole fahren. Anscheinend hat uns aber der Maid missverstanden, auf jeden Fall standen wir letztendlich um 2:30 Uhr mit der Maid bei einem Taxi statt bei einem Trotro. Er versuchte noch, das Ganze runterzuhandeln, aber um die Zeit und als einziges Taxi hatte der Fahrer einfach eine starke Verhandlungsbasis: wir mussten wir zusammen ca. 40 € dafür bezahlen – für Ghana ein unverschämt hoher Preis. Der Maid bat uns aber noch, ihn anzurufen, wenn wir sicher angekommen sind. Das war nett.

Ach ja, meine Freundin und ich haben nebenbei eine 40-jährige Chinesin „adoptiert“, die alleine als Frau ohne ein Wort Englisch zu sprechen in dem Bus saß und auch nach Mole wollte, ohne eine Ahnung, wie sie dahin kommt. Wir nahmen sie kurzerhand mit und sie blieb bis zum Ende des Trips in unserer Gruppe. Naja, auf jeden Fall tauchten wir dann so um 4:00 Uhr morgens in dem gebuchten Hotel auf, bekamen Betten, schliefen in unseren Sachen direkt ein, wachten dann kurz auf, als die drei anderen unserer Gruppe ankamen, bezogen unser „richtiges“ Zimmer und alle schliefen wieder.

Mole Nationalpark

Mittags hörte ich dann laute Geräusche und öffnete (minimal angepisst) meine Augen, um zu sehen, welche asoziale Wesen es wagte, meinen Schlaf zu stören. Ich blinzelte und schaute erneut, weil ich nicht glauben konnte, welches Bild sich mir bot. „Ähh Leute… da sitzt ein Affe auf unserem Tisch“, verkündete ich. Dann wachte ich endgültig auf und realisierte, dass der Affe dabei war, unser Brot, Bananen und Kekse zu essen. Wir hatten die Tiere und ihren Mut gnadenlos unterschätzt und unsere Verandatür nicht abgeschlossen. Leider stellt eine Türklinke kein Hindernis für die klugen Tiere dar. Später sollten wir erfahren, dass man sogar aufpassen musste, ob beim Anklopfen an Türen wirklich ein Mensch davorsteht. Bei ihren mittäglichen Patrouillen schafften es die Affen immer wieder (manchmal zu mehreren), in die Räume von uns dummen, arroganten Menschen einzudringen. Zurück zur Situation. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Essen nicht spaße. Deshalb stürzte ich auf den Pavian(?) zu, der vom Tisch runtersprang, sich noch ein paar Vorräte schnappte und sich dann seelenruhig weiteressend auf einem Bett niederließ. Ich hechtete ihm nach, woraufhin er sich in aller Ruhe auf der Suche nach noch mehr Keksen am Rucksack meiner Freundin zu schaffen machte. Mittlerweile hatte auch sie realisiert, was vor sich ging, und versuchte, dem Affen das Essen aus der Hand zu reißen. Er fauchte sie einmal an, griff sich stattdessen andere Vorräte und verließ langsam das Zimmer, um provokant vor unserer Tür sitzend unser Essen zu verzehren. Ich muss immer noch lachen, wenn ich daran denke.

Den restlichen Tag haben wir kaum etwas gemacht, außer zu Essen, UNO zu spielen und schon ein paar Affen, Gazellen und Vögel in Fenster-Sichtweite zu bewundern, weil das Hotel wirklich total im Grünen liegt. Abends haben wir dann noch auf einer Aussichtsplattform gequatscht, bis wir von einer Kobra verjagt wurden.

Am nächsten Tag sind wir schon ganz früh aufgestanden, um an einer Lauf-Safari um 7:00 Uhr morgens in der Savanne teilzunehmen. Der Guide war ein total sympathischer Naturbursche. Nach einer Weile beschloss ich, nur neben ihm herzulaufen, weil er eine Menge in leiser Stimme zu dem zu sagen hatte, was wir zu sehen bekamen. Und was wir zu sehen bekamen: Hyänenfußabdrücke, Krokodile im Wasser, Elefantenhintern, Antilopen, und für mich – was ich nie gedacht hätte – besonders faszinierend, Unmengen an Vögeln. Ich kannte außer Geiern keine einzige Art, aber viele hatten unglaubliche Farben und interessante Rufe wie zum Beispiel den Klang von Babyweinen. Übrigens ist gerade (Januar) Brutzeit der Elefanten, das heißt, die weiblichen Elefanten verstecken sich und man sieht nur männliche Exemplare. Die Ranger zünden übrigens teilweise unkontrollierte Buschfeuer an, um das vertrocknete Gras zu verbrennen und neuem Gras ein schnelleres Wachstum zu ermöglichen. Dadurch wandern weniger Tiere ab und bleiben auf dem Gelände des Nationalparks.

Nachmittags sind wir dann in drei Dörfer gefahren, einerseits für Proviant (jeden Tag Wasser und Essen vom Monopolrestaurant des Hotels zu kaufen war uns zu teuer), andererseits auch für eine Prise Kultur und Natur. Das Fahren war übrigens sehr interessant, weil wir uns mit sechs Leuten + dem Fahrer in sein wirklich kleines Auto gequetscht haben. Zuerst fuhren wir ins Mognori-Dorf. Dort konnten wir für insgesamt 8 € eine Kanutour auf dem White Volta River machen. Bis auf Vögel haben wir keine Tiere gesehen, aber alle haben es total genossen. Die Fauna war wunderschön und das Gleiten durch den Fluss im sanften Grün war auf jeden Fall für mich sogar schöner als die Gondelfahrt, die ich in Venedig erlebt habe. Aus dem Fluss haben übrigens auch Menschen von einem ca. 40 Minuten entfernten Dorf Wasser zum Trinken, Waschen etc. geholt. Und da beschwer ich mich über die drei Meter, die ich meine Eimer schleppen muss…

Naja, danach sind wir dann nach Larabanga aufgebrochen. Dort wollten wir eine über 600 Jahre alte Moschee anschauen, letztendlich ist aber nur ein Teil der Gruppe zum Anschauen gegangen, weil man als Nicht-Muslim Geld für den Anblick bezahlen hätte müssen, ohne sie überhaupt betreten zu dürfen. Danach wurden wir in den Herstellungsprozess von Sheabutter eingeweiht. Nachdem die Nüsse vom Baum geerntet werden, werden sie geröstet und gemahlen, dann wird je nach der später beabsichtigten Konsistenz der Butter, entweder heisses oder kaltes Wasser herübergeschüttet, dann wird das Ganze gekocht und die Flüssigkeit separiert. Beim Abkühlen setzt sich dann das Fett ab – die Sheabutter, die ein bisschen nach Schweinefett riecht. Sie hilft total bei Wund-und Narbenheilung und macht die Haut unglaublich geschmeidig. Wir haben uns natürlich damit eingedeckt und die Sheabutter war eine ziemliche Rettung für meine trockenen Lippen. In Damango haben wir uns dann noch etwas zu Essen geholt und haben den Abend abgeschlossen mit einem „Bibi und Tina“-Film.

Bei der Mittagssafari im Auto am nächsten Tag durften wir Elefanten bewundern. Wir stiegen aus und folgten ihnen, bis der Ranger erklärte, dass die gespreizten Ohren sowie das Abbrechen und in den Weg legen eines Baumes deutliche Zeichen dafür seien, dass die Elefanten nun ihre Ruhe wollen. Antilopen haben wir auch gesehen. Im Auto unterwegs zu sein, war übrigens ein total anderes Gefühl, als sich zu Fuß oder im Kanu zu bewegen. Man bewegt sich schon ein wenig in einer „Blase“, es waren zum Beispiel sehr viel weniger Vögel zu sehen. Nichtsdestotrotz – die Elefanten waren toll.

Am nächsten Tag packten wir dann entspannt alles zusammen und fuhren mit unserem Taxifahrer vom vorherigen Tag an die Stelle, an der uns der Bus abholen sollte. Der Mann hatte uns schon die Tickets gebucht und gab uns ein riesiges Glas Sheabutter für eine Frau in Accra mit. Der Bus sollte um 17:00 Uhr da sein, lief aber mit typischer Verspätung auf Ghana-Zeit. Wir fingen gut gelaunt an, auf der Straße zu tanzen, während wir belustigt von ein paar Dorfmenschen beäugt wurden. Nach einiger Zeit wurden wir schon ein wenig unruhig und fragten

uns, ob der Fahrer uns um unser (nicht wenig!) Geld betrogen hatte. Aber um 20:00 kam der Bus dann an. Die Busfahrt sollte laut Google Maps 15 Stunden nach Accra dauern, wird rechneten also damit, um frühestens 11:00 mittags anzukommen. Ich weiß nicht, wie der Busfahrer das gemacht hat, aber wir kamen um 4:00 Uhr morgens an. Glücklicherweise fand ich ein Trotro, was sich schnell füllte und konnte dann den Rest des Weges mit einem Taxi nach Hause fahren. Ich fiel direkt ins Bett und schlief ein.

Insgesamt war der Trip total schön und es war mega interessant, aber ich merke auch daran, wie sehr ich Kokrobite vermisse, wie zuhause ich mich mittlerweile hier fühle. Mir fällt immer wieder auf, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass es mir im Gegensatz zu vielen anderen Freiwilligen gelungen ist, ein soziales Netz und einen Freundeskreis aus Einheimischen aufzubauen. Oh, und eins noch: Man sieht im Norden wirklich mehr Tribal Marks, also Narben im Gesicht, die den Leuten im Babyalter zugefügt werden, um ihre Stammeszugehörigkeit zu kennzeichnen.

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