WEIHNACHTEN
Also, ich kann kaum etwas zu Weihnachten in Ghana generell sagen. Ich persönlich habe es relativ unspektakulär erlebt. Ich lebe in einem muslimischen Viertel, das heißt, Weihnachten wird eh nicht so gefeiert. Und zumeist ist der Kirchenbesuch der eigentliche Weihnachtshöhepunkt hier, Geschenke werden aufgrund des Mangels an Geld beim Durchschnittsbürger – soweit ich weiß – kaum ausgetauscht. Niemand kennt hier das „Last Christmas“-Lied!
Am 24. habe ich einen total normalen Tag verbracht: Ich habe mit meinen Brüdern hier Zeit verbracht, meine Familie in Deutschland angerufen und Backzutaten für den nächsten Tag besorgt.
Der 25. wird in Ghana als „der“ große Weihnachtstag angesehen – verwirrend für mich, für die immer Heiligabend am 24. der Höhepunkt im Dezember war. An dem Tag habe ich von einer Freundin gelernt, wie man“ Jollof Rice“ kocht – superlecker, das Rezept werde ich auch irgendwann auf meinem Blog veröffentlichen. Nachdem ich dann noch zum Abendessen bei Moda war und ein bisschen Kuchenteig naschen durfte, kugelte ich überfüllt in mein Bett.
Über den 26. habe ich auch nichts Spannendes zu erzählen 🙂
NEUJAHR
Zu Neujahr entschieden mein Freund, ich und zwei weitere Freunde uns, in einen Club in Osu zu gehen. Ich hatte große Erwartungen. Ich vermisse deutsche Clubs und hatte Hoffnung auf eine dicht an dicht gedrängte, tanzende Masse. Tja – also ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ein Großteil der Leute Neujahr in der Kirche verbracht hat, aber bis 4:00 h waren zwar eine Menge Leute an den Tischen des Clubs, aber ein kollektives Tanzen war nicht in Sicht. Übrigens habe ich von riesigen Gottesdiensten gehört, bei denen um Mitternacht auf Knien für das neue Jahr gedankt wird. Und die Kirchenpartys danach sollen auch nicht schlecht sein. Um 0:00 h sah ich kein Feuerwerk, aber ich glaube, das war nur, weil wir in einer nicht-feuerwerk-affinen Gegend waren. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass das Ganze hier nicht so exzessiv zelebriert wird wie in Deutschland. Wir verbrachten trotzdem eine schöne Zeit.

Als wir dann gehen wollten, stellten wir dann erschreckt fest, dass wir nicht genug Geld für die Rechnung dabei hatten. Zum Glück konnte sich einer meiner Freunde etwas leihen und so konnten wir den Club verlassen. Wir hatten sogar das Glück, um diese Uhrzeit ein Bolt nach Kokrobite zu bekommen, sodass ich schnell in mein Haus reinrennen konnte, um das Geld für die Rechnung des Fahrers zu holen. Normalerweise wagen sich Boltfahrer niemals nachts nach Kokrobite, weil die Straßen hier schlecht sind.
So, das wars eigentlich schon – Ihr seht, ich habe eine nicht wirklich spektakuläre Zeit verbracht 🙂